Elternbesuch in der Wohngruppe im Auslandsprojekt des kjhv

Wie klappt ein Elternbesuch in einer Wohngruppe im Ausland?

Oft haben wir als stationäre Jugendhilfe das Problem, eine gute Elternarbeit auszugestalten. Dieses wird nicht einfacher, wenn die Wohngruppe für Jugendliche 1200 km weit weg ist. Jedoch ist es bei einer Auslandsunterbringung besonders wichtig, dass der Kontakt zwischen Eltern und Kindern erhalten bleibt. Mit den neuen Kommunikationsmitteln wie Skyp, WhatsApp, und Videotelefonie können zwar Neuigkeiten ausgetauscht und Kontakt gehalten werden, aber es fehlt das direkte und persönliche Erleben.
Um den Eltern zu zeigen, wo ihr Kind wohnt und von wem es den ganzen Tag betreut wird, laden wir sie im ersten halben Jahr, für einen Wochenendbesuch in der Jugendwohngruppe ein. Meistens ist Anreise mit dem Flugzeug am einfachsten, sodass wir die Eltern am Flughafen in Wien abholen und zusammen nach Györ fahren. Die Unterbringung der Eltern findet meistens in einer Pension oder Apartment in der Nähe der Wohngruppe statt. Bereits im Vorfeld überlegen wir gemeinsam mit allen Hilfebeteiligten, wie ein schönes Wochenende aussehen kann und was es zur Unterstützung braucht.

Was schreiben die Jugendlichen der Wohngruppe dazu?

„Ich bin Marcel und bin im KJHV Auslandsprojekt in Ungarn. Mein Papa ist am Freitag nach Ungarn geflogen und dann sind wir in die Wohngruppe nach Koroncó gefahren. Da habe ich ihm unser Haus gezeigt und dann sind wir mit unserem Einrichtungshund Gassi gewesen und am Abend noch in einem Restaurant Essen gegangen.
Am Samstag waren wir in Budapest und hatten einen schönen Tag. Wir sind in einen „Wasser Bus“ gefahren und wir haben ganz leckere Burger mit Pommes gegessen. Dann sind wir um 16 Uhr wieder nach Hause gefahren und wir waren alle ganz schön kaputt vom Ausflug. Es war sehr schön.
Am Sonntag habe ich meinen Papa mit dem Fahrrad vom Hotel abgeholt und wir sind dann mit Cees nach Wien gefahren, weil mein Papa wieder nachhause geflogen ist.
Ende“

Stationäre Jugendhilfe im Auslandsprojekt bietet mehr

Oft haben unsere Betreuten den Stempel von schwer erziehbaren Jugendlichen, der ihnen jedoch nicht gerecht wird. Besonders veränderte Rahmenbedingungen ermöglichen den Jugendlichen häufig einen veränderten Umgang mit Problemen in ihrer Biographie. In Vorbereitung auf den Elternbesuch machen wir sie in der Stadt mit den interessantesten Sehenswürdigkeiten und Einkaufsläden und den wichtigsten ungarischen Vokabeln fit, sodass sie ihren Eltern, wie ein guter Stadtführer die Stadt zeigen können. Auf einmal sind es die Kinder, die einen großen Wissensvorsprung haben und ihrer Familie was beibringen und zeigen können, was beide Seiten sehr genießen. Eine neue Erfahrung, die so nur in einem für alle, in einem neuen kulturellen Umfeld gemacht werden kann und meistens die ersten Schritte eines veränderten Umgangs darstellt.
Eines ist klar, das Ziel des Besuches ist, dass es für die Jungs und ihren Familien ein wunderschöne und unvergessliche Zeit werden soll.

2018-09-13T05:58:38+00:0012 September 2018|Kategorien: Auslandsprojekt Ungarn|Tags: |0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar