Opstapje Programm2018-07-09T09:59:44+00:00

Opstapje

1. Programmjahr
2. Programmjahr
Gruppentreffen

Zentrales Element des Spiel- und Lernprogramms Opstapje sind die zunächst wöchentlich, später vierzehntägig durchgeführten Hausbesuche: Eine von der Projektkoordinatorin geschulte Hausbesucherin geht in eine teilnehmende Familie, wo sie im Beisein der Eltern Spielaktivitäten mit dem Kind durchführt und die Eltern bei solchen Aktivitäten entsprechend anleitet.

Ergänzend finden im Wechsel mit den Hausbesuchen die Gruppentreffen statt, in denen die Programminhalte vertieft werden und die zum Aufbau sozialer Kontakte der teilnehmenden Familien beitragen.

Das Programm erstreckt sich über insgesamt 60 Kalenderwochen. Einschließlich der Ferienzeiten, in denen das Programm meist pausiert (Sommer), ergibt sich für einen Durchlauf eine Gesamtdauer von etwa 18 Kalendermonaten.

erstes Programmjahr zweites Programmjahr
Hausbesuche (45) wöchentlich, 30 x 30 Minuten vierzehntägig, 15 x 60 Minuten
Gruppentreffen (25) vierzehntägig, ab der 10. Wo.,10 x 2 Stunden

1. Programmjahr

Der Hausbesuch

Die Hausbesuche basieren auf dem Konzept des Modellierens, d.h. eine als Vorbild geeignete und von den Eltern akzeptierte Person (Hausbesucherin) führt das zu lernende Verhalten im häuslichen Umfeld vor. Positive Reaktionen, z.B. des Kindes auf das Verhalten, wirken als Belohnung und führen mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass die Lernenden (Eltern) dieses Verhalten in ihr eigenes Verhaltensrepertoire übernehmen.

Eine Verstärkung dieses Verhaltens führt zu einer Verfestigung der neuen Verhaltensmuster.

Modellphase

Die Hausbesuche finden im ersten Programmjahr wöchentlich mit einer Dauer von jeweils etwa 30 Minuten statt.

  • Die Hausbesucherin spielt mit dem Kind.
  • Die Mutter/der Vater schaut zu, kann Fragen stellen, um Erklärungen bitten.
  • Im Anschluss spielt die Mutter/der Vater die gleiche Aktivität mit dem Kind wie die Hausbesucherin.
  • Diese beobachtet die Spielsituation, gibt bei Bedarf Hinweise und Hilfestellungen und antwortet auf Fragen der Eltern beziehungsweise klärt Unsicherheiten vonseiten der Eltern.
  • Die Eltern erhalten in den ersten 10 Wochen pro Hausbesuch eine Spielaktivität angeboten. Dies erhöht sich später auf zwei Aktivitäten.
  • Die Arbeitsmaterialien bestehen aus Arbeitsblättern für die Eltern und Spielmaterialien für die Kinder.

Der Schwerpunkt der Arbeit der Hausbesucherinnen liegt, neben dem Aufbau eines stabilen Vertrauensverhältnisses, auf der Initiierung des gewünschten Verhaltens.

Die Eltern erhalten die Aufgabe, bis zum nächsten Hausbesuch täglich etwa 10 – 15 Minuten mit dem Kind zu spielen, und zwar in der Art und Weise wie im Hausbesuch.

2. Programmjahr-Verstärkungsphase

In dieser Phase ändert sich die Rolle der Hausbesucherin:

  • Sie spielt die jeweilige Spielsituation den Eltern immer weniger vor. Sie erläutert immer mehr nur das entsprechende Arbeitsblatt den Eltern.
  • Mutter oder Vater spielen die Aktivität mit dem Kind zusammen.
  • Die Hausbesucherin sieht zu und gibt bei Bedarf Hinweise und Unterstützung, beantwortet Fragen, verstärkt erwünschtes Verhalten.
  • Pro Hausbesuch erhalten die Eltern jetzt drei verschiedene Spielaktivitäten, die sie während der Woche mit dem Kind spielen können.
  • Eine der drei Aktivitäten wird die Mutter/der Vater der Hausbesucherin beim nächsten Hausbesuch „vorspielen“.
  • Das bereits erworbene neue Verhaltensrepertoire der Eltern wird immer weiter ausdifferenziert und gefestigt.
  • Die Eigenverantwortung und Selbständigkeit der Eltern wird immer mehr betont und eingefordert.

Gruppentreffen

Die vierzehntägig stattfindenden Gruppentreffen sind ein weiterer wichtiger Baustein zur Vermittlung der Programminhalte. Sie werden von der Koordinatorin inhaltlich vorbereitet und geleitet. Die Hausbesucherinnen unterstützen sie dabei und leisten die hauptsächliche Motivationsarbeit bei den Eltern.

Ziele

  • Vertiefung der Programminhalte
  • Vorstellung weiterer Spielaktivitäten
  • Informationen zur Entwicklung von Kleinkindern bezogen auf den Entwicklungsstand der Kinder
  • Diskussionen über Schwerpunktthemen aus den Bereichen Erziehung und Familienalltag
  • Aufhebung der sozialen Isolation durch das Knüpfen neuer Kontakte
  • Erfahrungsaustausch, Anregungen zur gegenseitigen Unterstützung
  • Kennenlernen weiterer Angebote für Familien und Kinder im Stadtteil

Ablauf

  • Vierzehntägig ab ca. der 10 Programmwoche
  • In zentralen Räumen im Stadtteil/Soziokulturelle Zentren
  • Parallel stattfindende Kinderbetreuung
  • Strukturierter Ablauf, Vorbereitung durch Koordinatorin und Hausbesucherin

Dreiteilung des Gruppentreffens

 

Informeller Teil Gemeinsames Frühstück, Austausch über Alltagsprobleme und Alltagserlebnisse, schöner Tisch, netter Rahmen und Atmosphäre
Formeller Teil Demonstration einer neuen Spielaktivität und/oder Information und Diskussion über ein für die kindliche Entwicklung relevantes, von den Teilnehmerinnen/eilnehmern oder der Koordinatorin vorgeschlagenes Thema
Kinder-Teil Gemeinsame Aktivität mit Müttern/Vätern und Kindern. Wir basteln, singen und tanzen zusammen. Während des formellen Teils erhalten die Kinder ihr eigenes Programm mit Kinderbetreuung.

Inhaltliche Gestaltung

Die inhaltliche Arbeit bei den Gruppentreffen ist stark an den Bedürfnissen der jeweiligen Mütter- und Vätergruppe ausgerichtet. Es gibt ein bestimmtes Spektrum an Themen, das wir den Familien anbieten können.

Darüber hinaus entstehen aufgrund aktueller Ereignisse oder Fragen der Familien immer wieder neue Themen für die Gruppentreffen.

Mögliche Themen der Gruppentreffen

  • Malentwicklung bei Kindern
  • Sprachentwicklung bei Kindern
  • Zweisprachig aufwachsen
  • Verhütung von Kinderunfällen
  • Trotzphase bei Kindern
  • Zahngesundheit bei Kindern
  • Gesunde Ernährung
  • Was fand ich bei meiner eigenen Erziehung gut und was möchte ich bei meinen Kindern ändern?
  • Bastelideen
  • Der richtige Umgang mit dem Fernsehen
  • Vorstellung von Kinderbüchern
  • Erkundung der Stadtbibliothek
  • Grenzensetzen in der Erziehung
  • Beantragung einer Mütterkur
  • Welche Rollen spielen Strafen in der Erziehung?
  • Gemeinsame Feiern

Mögliche Aktivitäten mit den Kindern und Eltern:

  • Singen der Programmlieder bei jedem Gruppentreffen
  • Verschiedene Kreisspiele
  • Wir falten, reißen, basteln Diverses
  • Kinder und Eltern machen gemeinsam einen Obstsalat
  • Wir gestalten ein Formenbuch
  • Wir gestalten ein Farbenbuch
  • Arbeiten mit Salzteig
  • Wir kleben eine Collage
  • Blätter sammeln und kleben
  • Wir malen mit Wasserfarben

Örtlichkeiten der Gruppentreffen sind

  • Nachbarschaftshaus „Am Berl“
  • Familienzentrum „Grashalm“
  • Soziokulturelles Zentrum „Kiezspinne“
  • „Welse“-Treff
  • Familienzentrum „Freche Früchtchen“